Mit diesem USB-Stick hast du deinen privaten Laptop immer dabei

Wie schaffst du es, mit nur einem Gerät sowohl dienstlich als auch privat zu arbeiten? Genau das werde ich ständig von Kollegen gefragt. Die meisten Servicetechniker schleppen zwei Rechner mit sich herum: den Firmenlaptop für die Arbeit und den privaten Laptop für alles andere. Nur widerspricht das dem ersten Gebot im Field-Service – reise mit leichtem Gepäck. Zwei Laptops sind das genaue Gegenteil davon. Wie ich dieses Problem für mich gelöst habe, erkläre ich in diesem Artikel.

Inhalt

Ein USB-Stick für das private System

Meine erste Idee war, ein zweites Betriebssystem auf dem Laptop zu installieren. Die habe ich schnell wieder verworfen, weil bei uns die Installation von Fremdsoftware auf dem Firmenrechner schlicht nicht erlaubt ist. Die Grundidee war trotzdem richtig, nur durfte das „Zweitsystem“ eben nicht auf dem Laptop selbst landen. Also kam ich auf die Idee, einen USB-Stick zu nutzen und den Rechner davon zu booten.

Bei der Recherche wurde mir schnell klar, dass ständiges Neubooten im Alltag ziemlich nervt. Wenn ich zwischendurch nur kurz eine E-Mail checken oder eine interessante Seite in den Favoriten speichern will, ist ein kompletter Neustart einfach zu viel Aufwand. Ich brauchte also ein Windows-basiertes System, das direkt vom Stick läuft. Bei der Suche danach bin ich auf folgende Lösung gestoßen.

PortableApps mit Anwendungen

PortableApps erlaubt es, ein komplettes kleines System aus einzelnen portablen Programmen aufzubauen, direkt auf einem USB-Stick oder einer externen Festplatte. Über die verschiedenen Miniprogramme habe ich mir ein privates System zusammengestellt, das komplett getrennt vom Firmenlaptop läuft. Ich nutze es immer dann, wenn ich im Feld unterwegs bin und meine privaten E-Mails checken oder im Netz surfen möchte. Auch meine privaten Dokumente habe ich über den Stick immer dabei – so kann ich abends im Hotel private Dinge schnell und unkompliziert erledigen. Hier die Anwendungen, die ich hauptsächlich nutze.

E-Mail-Programme

Niemand möchte private und geschäftliche E-Mails vermischen, und schon gar nicht auf dem Firmenrechner. PortableApps bietet dafür mehrere E-Mail-Programme an. Ich habe mich für die Lösung von Mozilla entschieden und nutze Thunderbird als Miniprogramm. Der Vorteil liegt für mich auf der Hand: Ich kann mehrere E-Mail-Adressen mit nur einem Programm verwalten und habe fast alle Funktionen, die ich aus Outlook kenne. Der zweite Vorteil: Meine Mails bleiben komplett auf dem Stick gespeichert und landen nie auf dem Firmenlaptop.

Browser

Kennst du das? Abends im Hotel schnell den Streaming-Dienst geöffnet, die privaten Zugangsdaten im Standardbrowser gespeichert, und am nächsten Tag ist der Browserverlauf voll mit privaten Seiten und gespeicherten Logins. Genau das möchte ich vermeiden. Deshalb nutze ich auf dem Stick einen anderen Browser als den vorinstallierten auf dem Laptop. Bei der Auswahl an portablen Browsern hast du ohnehin keinen Mangel.

Passwortprogramm

Ein weiterer Hauptgrund für den Stick mit PortableApps ist das Miniprogramm KeePass. Mit der Zeit sammeln sich unzählige Zugangsdaten, Benutzernamen und Passwörter an. Jede Plattform hat ihren eigenen Sicherheitsstandard, entsprechend unterschiedlich fallen auch die Passwörter aus. Ich persönlich kann mir das schon lange nicht mehr merken, verwende aber trotzdem nie ein Passwort mehrfach.

KeePass ist für mich die passende Lösung: Ich verwalte darin alle meine Zugangsdaten und Passwörter. Der große Vorteil ist, dass ich mir nur noch ein einziges, komplexes Passwort merken muss und darüber auf alle anderen zugreifen kann. Auch hier lässt sich mit unterschiedlichen Sicherheitsstandards arbeiten. Wie sicher man dabei unterwegs sein möchte, muss letztlich jeder für sich selbst entscheiden.

Hardware

Um den privaten Bereich auch physisch vom geschäftlichen zu trennen, bietet sich ein USB-Endgerät an – in den meisten Fällen ein einfacher USB-Stick. Die Vorteile liegen auf der Hand: klein, leicht und mit inzwischen riesiger Speicherkapazität.

Angefangen habe ich mit einem einfachen 64-GB-Stick über USB 3.0. Nach einiger Zeit im Einsatz war klar: zu wenig Speicher, zu wenig robust für den täglichen Einsatz in der Tasche.

Inzwischen bin ich komplett umgestiegen, und zwar nicht nur auf mehr Speicher, sondern auf ein ganz anderes Kaliber: den SanDisk Extreme Pro USB-C, 1 TB. Deutlich mehr Kapazität als ich brauche, dafür aber auch deutlich schneller unterwegs (Lesegeschwindigkeiten bis 1000 MB/s) und robust genug für den Alltag am Schlüsselband. Den trage ich weiterhin ständig bei mir, in der Hosentasche oder um den Hals, und er hält den Belastungen von Schweiß, Stößen und Dreck im Arbeitsalltag deutlich besser stand als der alte 64-GB-Stick.

Manche Kollegen wollen auch gleich die Sicherheitskopie ihrer privaten Filmesammlung dabeihaben. Dafür braucht man allerdings deutlich mehr Speicherplatz, als ein Stick sinnvoll liefern kann. Hier würde ich eher zu einer externen SSD raten, weil da einfach mehr Daten Platz finden. Der Nachteil dabei: Größe und Gewicht im Vergleich zum Stick.

Zur Klarheit, falls sich jemand dieselbe Frage stellt: Der Stick ist bei mir ausschließlich für private Zwecke im Einsatz, es landen dadurch keinerlei eigene Daten auf dem Firmenrechner. Genau diese saubere Trennung war ja der ganze Sinn der Übung.

Fazit

Klein, leicht, und trotzdem jede Menge drauf. Ein USB-Stick kann eben mehr sein als nur ein bisschen Speicherplatz – gerade wenn Geschäftliches und Privates im Field-Service konsequent getrennt bleiben sollen. Ich kann diese Lösung jedem empfehlen, nicht nur Kollegen, die viel unterwegs sind. Auch bei wechselnden Workstations im Office ist das eine praktische Sache. Also, nicht lange zögern: Stick raussuchen, PortableApps drauf, und den privaten Kram endlich vom Firmenlaptop trennen.